Vom Elektroauto zum Energieversorger: Nissan und Enel starten „Vehicle-to-Grid“-Test Rund 100 Ladestationen für Elektroautos in Grossbritannien geplant Energie kann ans öffentliche Stromnetz verkaufen werden Bis zu einem Megawatt Strom bei Bedarf abrufbar Urdorf, 11.Mai 2016 – Nissan verwandelt Elektroautos in rollende Energieversorger: Gemeinsam mit dem Stromkonzern Enel kündigte der japanische Automobilhersteller kürzlich auf einer Pressekonferenz in London, den ersten grossflächigen „Vehicle-to-Grid“ (V2G)-Feldversuch in Grossbritannien an. Im Rahmen des Projekts werden 100 V2G-Ladestationen miteinander vernetzt, die bei privaten oder Flottenkunden eines Nissan Leaf oder eines Nissan e-NV200 installiert werden. Fahrer können so künftig nicht nur Strom „tanken“, sondern diesen auch wieder abgeben – und ans öffentliche Netz verkaufen. Nissan und Enel hatten im Dezember 2015 im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Paris eine Zusammenarbeit vereinbart und im Januar 2016 in Dänemark die ersten 40 V2G-Einheiten aufgestellt. Mit dem Test beginnt eine neue Ära des Energiemanagements in Grossbritannien: Dank „Vehicle-to-Grid“ (V2G) können Besitzer von Nissan Elektroautos künftig eine aktive Rolle bei der Sicherstellung der Netzstabilität spielen und zusätzlich eine neue Einkommensquelle erschliessen; die Art und Weise, wie Energie ins Stromnetz fliesst, wird revolutioniert. „Dieser Feldversuch ist ein bedeutender Schritt beim Management erneuerbarer Energien und trägt dazu bei, die Zukunft von Industrien, Städten und Gesellschaften zu gestalten“, erläutert Paul Willcox, Chairman Nissan Europe. „Intelligentes Energiemanagement gehört in allen Ländern zu den grössten Herausforderungen. Daher ist dieser Test so wichtig: Er bringt Erkenntnisse zur Nutzung verschiedener, flexiblerer Energiequellen. Wir sehen Nissan Elektroautos als mobile Energiespeicher der Zukunft und als Vorreiter einer sich selbst erhaltenden Energie-Infrastruktur, die dazu beiträgt, Kapazitätsprobleme der Zukunft zu lösen.“ Enel und Nissan wollen das gesamte Ökosystem eines Elektroautos unterstützen. Sie blicken über das reine Fahrzeug hinaus und entwickeln neue Dienste für die Energiebranche. Ausserdem ist die Einführung der V2G-Technologie auch deshalb wichtig, damit bei wachsender Anzahl von Elektroautos und dadurch steigender Stromnachfrage die Funktionsfähigkeit des Stromnetzes sichergestellt werden kann. „Die Installation unserer innovativen Zweiwege-Ladetechnik wird nicht nur zum Einspeisen erneuerbarer Energien ins Stromnetz ermutigen, sondern auch zur weiteren Verbreitung der Elektromobilität im ganzen Land beitragen“, sagt Ernesto Ciorra, Leiter für Innovation und Nachhaltigkeit bei Enel. „Dies bringt Vorteile für den Energiesektor und die Umwelt – und auch für die Geldbörsen der Elektroauto-Halter. Dass Nissan sich für die Ladetechnologie von Enel entschieden hat, zeigt, wie viel Potenzial in unserem V2G-Ladesystem für Elektroautos steckt. Dieses System hat das Zeug dazu, nicht nur die Mobilität zu revolutionieren, sondern auch die Art und Weise, wie die Verteilung von Elektrizität funktioniert.“ Industrieprognosen zufolge könnte sich bis 2050 die Zahl der Fahrzeuge, die weltweit auf den Strassen unterwegs sind, gegenüber dem heutigen Stand auf 2,4 Milliarden verdoppeln. Es erfordert intelligentes Denken, dieses Wachstum auf nachhaltige Weise zu bewältigen. Als Elektroauto-Pionier arbeitet Nissan gemeinsam mit Enel an Möglichkeiten zur Nutzung von Elektroautos, die über traditionelle Mobilität hinausgehen. Die Fahrzeuge werden nicht nur dafür eingesetzt, um von A nach B zu kommen; sie werden zu sauberen mobilen Energieeinheiten, die mit ihrer ungenutzten Energie Häuser, Büros, Schulen und Krankenhäuser versorgen können. „Unsere Aufgabe bei National Grid ist es, das Übertragungsnetz zukunftssicher zu machen und stets ausreichend Kapazitäten für den nationalen Energiebedarf bereitstellen zu können “, sagt Steven Holliday, Aufsichtsratsmitglied von National Grid. „Die steigende Nachfrage nach Elektroautos ist natürlich positiv, könnte uns aber auch vor Herausforderungen stellen. Wir müssen genau verstehen, welche Auswirkungen diese neue Technologie auf das Elektrizitätssystem hat. Unser Zukunftsenergie-Team sagt voraus, dass es bis 2020 bis zu 700‘000 Elektroautos geben könnte, die zusätzliche 500 MW Energie benötigen. Darum unterstützen wir innovative Technologien und Vorreiterprojekte wie dieses, die neue Wege aufzeigen, wie wir in Zukunft Energiebereitstellung und –nachfrage regeln.“ Die bislang 18‘000 in Grossbritannien verkauften Nissan Elektroautos könnten die Energie eines 180-Megawatt-Kraftwerks erzeugen. Wenn auf den britischen Strassen ausschliesslich E-Fahrzeuge unterwegs wären, könnte Vehicle-to-Grid sogar 370 Gigawatt Energie zur Verfügung stellen. Dies entspricht dem Energiebedarf von Deutschland, Frankreich und Grossbritannien zusammen. V2G-Technologie bindet Elektroautos ins Stromnetz ein und hilft so, erneuerbare Energiequellen zu integrieren und Schwankungen auszugleichen – dadurch wird grüne Energie noch lohnenswerter. Die von Enel entwickelte V2G-Ladeinfrastruktur gibt privaten E-Autobesitzern und Flottenkunden die Möglichkeit, eigene mobile Energieversorger zu werden. Bei niedriger Nachfrage und entsprechend günstigen Strompreisen werden Elektroautos geladen. Zu Zeiten höherer Kosten kann die gespeicherte Energie zuhause oder am Arbeitsplatz genutzt oder an das öffentliche Netz abgegeben werden, wodurch die Besitzer der E-Autos sogar noch Geld verdienen können. Über Nissan in Europa Nissan gehört zu den Automobilproduzenten aus Übersee mit der stärksten Präsenz auf dem europäischen Markt. Aktuell beschäftigt das Unternehmen in seinen lokal angesiedelten Bereichen Forschung & Entwicklung, Fertigung, Logistik, den Designzentren sowie im Verkauf & Marketing europaweit über 14‘500 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr produzierten Nissan Werke im Vereinigten Königreich, Spanien und Russland über 635‘000 Fahrzeuge, darunter preisgekrönte Crossover und SUV, Klein- und Kompaktwagen, Nutzfahrzeuge und Elektromodelle wie den Nissan Leaf. 95 Prozent aller Besitzer des meistgekauften E-Autos der Welt würden das Modell einem Freund weiterempfehlen. Nissan bietet in Europa aktuell 24 verschiedene und innovative Baureihen an und strebt die Spitzenposition unter den asiatischen Automobilmarken auf dem Kontinent an. Im Kalenderjahr 2015 verzeichnete Nissan weltweit mit rund 5,5 Millionen Fahrzeugen einen neuen Rekordabsatz. Unter den Marken Nissan, Infiniti und Datsun offeriert Nissan insgesamt mehr als 60 Modelle. Nissan nimmt eine Führungsrolle bei der emissionsfreien Mobilität ein. Der Nissan Leaf, das erste in Grossserie produzierte Elektroauto weltweit, ist mit einem Marktanteil von fast 50 Prozent in seinem Segment das meistverkaufte Elektrofahrzeug aller Zeiten. Über Enel Enel ist ein multinationaler Energiekonzern und ein führendes Unternehmen auf den globalen Energie- und Gasmärkten. Die Enel Group ist in mehr als 30 Ländern auf vier Kontinenten tätig. Das Unternehmen produziert eine installierte Nettoleistung von rund 90 GW und verteilt Elektrizität und Gas über ein Netzwerk mit rund 1,9 Millionen Kilometern Länge. Mit weltweit mehr als 61 Millionen Privat- und Gewerbekunden besitzt Enel den grössten Kundenkreis aller europäischen Wettbewerber. Enel ist im Hinblick auf Marktkapitalisierung das grösste integrierte Energieversorgungsunternehmen in Europa und gehört zu den führenden Energieunternehmen Europas.